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Sonntag, 26. Februar 2012

Die Beamten der Landauer Polizei wurden in den frühen Morgenstunden von der <b>...</b>

Die Beamten der Landauer Polizei wurden in den frühen Morgenstunden von der Mutter selbst benachrichtigt. Foto dpa Die Beamten der Landauer Polizei wurden in den frühen Morgenstunden von der Mutter selbst benachrichtigt. Foto dpa

Ludwigshafen/Landau. Tödliche Stiche im Kinderzimmer: Im pfälzischen Landau hat eine Frau ihren acht Jahre alten Sohn erstochen. Das Motiv der 34-Jährigen war zunächst völlig unklar, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Polizisten fanden den Jungen am frühen Morgen tot in seinem Bett, ein Notarzt konnte nicht mehr helfen. Der Vater (40) und die dreijährige Tochter schliefen im Elternschlafzimmer des Einfamilienhauses, sie hatten nach ersten Erkenntnissen nichts von der Tat bemerkt.

Die 34-Jährige wurde festgenommen und sollte dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Ermittler wollten auch versuchen, sie zu befragen, wie ein Polizeisprecher sagte. Vater und Tochter wurden psychologisch betreut.

Die Frau hatte am frühen Mittwochmorgen kurz nach 05.00 Uhr von einer Tankstelle aus die Polizei angerufen und gesagt, es sei «etwas Schlimmes» passiert. Einer zu ihr geschickten Streife berichtete sie, sie habe ihr achtjähriges Kind erstochen. Die Polizisten riefen den Notarzt, fuhren mit der 34-Jährigen zu ihrer Wohnung und fanden den toten Jungen. Er starb laut Polizei an den Folgen mehrerer Stiche.

Kinder werden nach Angaben des Direktors der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden, Rudolf Egg, eher selten Opfer von Tötungsverbrechen. Wenn solche Taten begangen werden, sind jedoch meistens die Eltern oder auch andere nahe Verwandte die Täter, wie Egg der dpa sagte. Mütter würden sogar häufiger gewalttätig als Väter. Möglicher Auslöser sind dem Experten zufolge dann Verzweiflung angesichts einer drohenden Trennung vom Partner oder eine als unerträglich empfundene finanzielle Notlage.

Im Landauer Fall könne auch eine psychische Erkrankung Grund der Tat gewesen sein, sagte Egg. Möglich sei, dass die 34-Jährige auch sich selbst töten wollte, nach den Stichen auf ihren Sohn aber die Kraft nicht mehr aufbrachte. Für den Familienvater und die kleine Tochter sei nun psychologische Ersthilfe wichtig, damit sie nicht zusammenbrechen. (dpa)


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