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Sonntag, 8. Juli 2012

Nuckelflaschenkaries Teil 2: Kleine Laster mit bösen Folgen!

Prophylaxe und gesunde Ernährung schützen vor Nuckelflaschenkaries

Die Nuckelflasche ist für die Ernährung des Kleinkindes ein wichtiges Hilfsmittel. Für viele Eltern ist sie ein ständiger Begleiter. Darüber hinaus hilft sie das unruhige Kind zu besänftigen und sorgt für gute Laune. Aber Vorsicht! Befinden sich in der Nuckelflasche zucker- und säurehaltige Getränke wird aus der gut gemeinten Ernährungs- und Beruhigungsmethode eine echte Gefahr für die ersten Zähne. Insbesondere das andauernde Umspülen der Zähnchen mit Zucker und Säure führt häufig zu der folgenschweren Nuckelflaschenkaries.

Der Zucker schädigt die Zähne nicht direkt. Vielmehr verwandeln Bakterien den Zucker aus den Getränken zu Säure, die den Zahn entkalkt und langsam zerstört. Da Milchzähne beim Kauen und in der sprachlichen Entwicklung eine wichtige Rolle spielen, sollten Eltern ihren Kindern die Nuckelflasche nicht zum Dauernuckeln überlassen und diese nur mit Wasser oder ungesüßtem Tee füllen. Dabei sollte man beim Einkauf darauf achten, dass der Kindertee wirklich keinen Zucker enthält.

Es ist hilfreich zu wissen, dass Zucker viele „Gesichter“ hat. Es gibt Trauben-, Frucht-, Milch-, und Rohrzucker, sowie Saccharose.
„Sobald ein Baby sitzen kann, sollte man das Trinken aus dem offenen Becher mit Wasser oder ungesüßtem Tee angewöhnen, um ein Dauernuckeln an der Flasche zu verhindern“, weiß Prof. Dr. Dietmar Oesterreich von der Initiative proDente.

Gesund ernähren

Babys und Kinder benötigen eine ausgewogene mineralstoff- und vitaminreiche Ernährung für die gesunde Entwicklung von Körper und Zähnen. Dazu gehören Milchprodukte, welche den Zähnen Kalzium und Phosphat liefern, sowie später Obst und rohes Gemüse, das die Kauaktivitäten anregt.

Außerdem spielen Fluoride in der Kariesprophylaxe bei Kindern eine zentrale Rolle. Fluoride härten die Zähne und schützen vor Säureangriffen von Plaquebakterien. Eltern sollten daher beim Kochen fluoridhaltiges Speisesalz verwenden. Gleichzeitig dürfen jedoch nicht Fluoridtabletten verabreicht werden. Schon ab dem ersten Milchzahn sollten die Zähne einmal täglich mit einem Hauch Kinderzahnpasta mit einem Fluoridgehalt von 500 ppm gereinigt werden. Je früher ein Kind mit der richtigen Mundpflege vertraut gemacht wird, desto besser. Ein im Kindesalter erlerntes Verhalten wird meist ein Leben lang beibehalten.

Kontrolle sorgt vor

Bis zum Ende des ersten Lebensjahres sollte eine Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt erfolgen. Das hat den Vorteil, dass das Kind von Anfang an mit der Zahnarztpraxis vertraut wird und Eltern in dieser Lebensphase viele wichtige Informationen zur Mundgesundheit erhalten. In zahlreichen Bundesländern bieten Zahnärzte den Eltern einen „Zahnärztlichen Kinderpass“ an, der die Mundgesundheit des Kindes bis zum sechsten Lebensjahr begleitet.

In der Regel sieht der Kinderpass halbjährliche Vorsorgeuntersuchungen in dieser Zeitspanne vor. „Schritt für Schritt begleitet der Zahnarzt während dieser Zeit die gesunde Entwicklung des Kiefers und der Milchzähne. Altersgerechte Mundhygiene ist dabei genauso ein Thema wie zahngesunde Ernährung und die Verabreichung von Fluoriden“, erklärt Prof. Dr. Oesterreich. So ist auch das Thema „Umgang mit der Nuckelflasche“ in den Kinderpass aufgenommen worden. „Ziel ist , dass der „Zahnärztliche Kinderpass“ bereits werdenden Müttern genauso selbstverständlich wie der Mutterpass mitgegeben wird“, so Prof. Dr. Oesterreich.


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